Die Bibel in der Konfirmandenarbeit

Die Bibel ist ein einzigartiges Buch: ihre Entstehung, Geschichte, Verbreitung, Inhalt und Lebensbegleitung. Als solche mit keinem anderen Buch vergleichbar dient sie als Urkunde und Grundlage des christlichen Glaubens. Und somit ist sie auch Basis, Fundament, Ausgangspunkt, Grundinformation, Voraussetzung auch für den Konfirmandenunterricht bzw. die Konfirmandenarbeit. Die reformatorischen Kirchen, die Konfirmandenunterricht betreiben, stehen in der Ökumene für die Erkenntnis des sola scriptura.

Die Bibel wird im Konfirmandenunterricht darum in allen Kursen zu Rate gezogen und befragt, christlicher Glaube damit zu den verhandelten Facetten in Begründung und Lebensbezogenheit wahrgenommen.

Entscheidend: Die Bibel ist eben nicht „nur“ die Grundlage des Konfirmandenunterrichts, sondern des Lebens eines Christen, Grundlage eines menschenfreundlichen Lebens in der Nachfolge des menschenfreundlichen Gottes. Es ist darum sinnvoll, dass die Bibel im Konfirmandenunterricht gesondert thematisiert wird.

Konfirmand*innen sollen Bibel in ihrer Einzigartigkeit für sich entdecken als „ihr“ Buch, jede/r persönlich. Die Bibel soll in ihrem hohen Stellenwert (Trost, Weisung, Beweggrund, Erkenntnis über Gott, über die Menschen, die Schöpfung …) für das gesamte Leben der Konfirmand*innen erkannt werden können. Sie soll über die Zeit des Konfirmandenunterrichts hinaus Relevanz behalten, lebensbegleitend. Sie darf kein Buch sein, dass „man“ im Konfirmandenunterricht zu den diskutierten Themen (!) aufschlägt, vielleicht auch noch im Religionsunterricht, dann aber ins Regal stellt, weil sie als nicht mehr entscheidend für die Lebensvollzüge angesehen wird. Ein Leben aus der Liebe Gottes benötigt das ständige Empfangen und Erkennen aus den biblischen Zeugnissen über die Lebensjahrzehnte.1 Dieser Boden soll soweit möglich bereitet werden.

Konsequenzen für den Unterricht:

Jede/r KonfirmandIn benötigt eine eigene Bibel, möglichst nicht eine, die ohnehin schon in der Familie oder von bereits konfirmierten Geschwistern im Hause ist. Es wird beim Elternabend zu Beginn des KU über Bibelausgaben und über die Notwendigkeit, dass jede/r KonfirmandIn eine eigene Bibel hat, informiert. Es wird eine Sammelbestellung angeboten, von denen die meisten Familien Gebrauch machen. Dabei wird auf ein jugendgemäßes Aussehen und auf zugeheftete, bunte und jugendgemäße Erklärungen geachtet. Im Unterricht selbst wird auf die „Aneignung“ der Bibel als für die eigene Person wichtige Buch geachtet, indem beispielsweise ein Einband gestaltet, ein Inhaltsverzeichnis entwickelt, eine Grobübersicht zur Orientierung erarbeitet und wichtige Stellen oder Texte unterstrichen oder gekennzeichnet werden.

Der Bibelkurs wird relativ zu Beginn der Konfirmandenzeit nach einer Orientierung in den Räumlichkeiten der Gemeinde und einer viertägigen Freizeit, die der Gruppenbildung dient, angeboten und gehört zu den Kursen mit dem höchsten Stundenkontingent. Meist sechs Dienstagnachmittage im späten Frühjahr bis zum Sommer werden dem „Buch der Bücher“ gewidmet.

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1 S. hierzu die Predigt „Eine alte Bibel erzählt“, in: H.M. Lübking, Kursbuch Konfirmation, Ein Praxisbuch für Unterrichtende in der Konfirmandenarbeit, Düsseldorf 1995, S. 135